Reiner Fischer

 

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Modellfliegen - ein interessantes Hobby

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In erster Linie sind es große Temperaturabweichungen zur Standard-Atmosphäre, die z.B. Leistungsdaten beeinflussen. An einem heißen Tag wird die Luft dünner bzw. leichter. Dies wird hervorgerufen durch die Luftmoleküle, die sich ausdehnen und damit weiter voneinander weg stehen. Der Umkehrschluss bedeutet natürlich, dass sich nun in einem qm Luft weniger Luftmoleküle befinden. Die Luftdichte sinkt - was direkt die Tragfähigkeit negativ beeinflusst.

Die für den  Start eines Flugzeuges erforderliche Startbahnlänge wird daher länger werden als in einer Standardatmosphäre.

An einem heißen Tag sprechen wir von einer großen Dichtehöhe. Dies führt des öfteren zu Verwechselungen. Gross und dicht steht hier nicht für die Anzahl der Luftmoleküle oder die Dichte der Luft, sondern für die Tatsache, dass wir in dem obigen Fall bei heissen Temperaturen eine geringere Luftdichte haben, die wir sonst erst in einer wesentlich grösseren Höhe vorfinden.

Die Dichtehöhe an sich ist daher keine Flughöhe, sondern der technische Wert der  Leistungshöhe.

 

Ich möchte kurz noch einmal die verschiedenen Höhen und Druckflächen gegenüberstellen.

 

Standard-Atmosphäre

Sie wurde aufgestellt, um Vergleichsbedingungen aufzustellen bei der Kalibrierung der  Druckinstrumente aber auch für allgemeine meteorologische Betrachtungen.  Dabei wurden verschiedene theoretische Werte bestimmt.

Ausgangspunkt:                              Meereshöhe

Druck in Meereshöhe:                 1013,25HPA

Druckabfall pro HPA:                     27 ft

Temperaturabfall pro 1000ft:    1,98 °C

Luftmasse:                                        1,225kg /qm

Schallgeschwindigkeit:                 340,4m/s = 1225km/h

 

Druckhöhe:

Die Druckhöhe ist die Standard-Atmosphäre korrigiert um den aktuellen Luftdruck bzw. die Abweichungen des aktuellen Luftdruckes von dem Standardluftdruck 1013,25HPA. Dies ist einfach, wenn wir einen Höhenmesser haben. Eingestellt auf 1013 zeigt er uns die Druckhöhe an, in welcher wir uns befinden. Aber wenn wir kontrollieren wollen, ob unser Höhenmesser auch richtig arbeitet, kommen wir nicht um die manuelle Berechnung  der Druckhöhe herum.

Die Formel dafür lautet:

Druckhöhe= Platzhöhe +((1013,25HPA – aktuelles QNH)* 27 ft)

 

Beispiel: Platzhöhe 500ft, QNH 1023 HPA

Druckhöhe= 500f t + ((1013 – 1023) *27 ft) = 500 + (-10 *27) = 230 ft

 

Wir sehen, dass die Druckhöhe bei höherem QNH sinkt bzw. bei einem QNH unterhalb  der Standard-Atmosphäre steigt.

 

Dichtehöhe:

Die Dichtehöhe  ist die Druckhöhe korrigiert um die aktuelle Temperatur bzw. die Abweichungen der aktuellen Temperatur von der Standardtemperatur 15 °C.

 

Beispiel:              Platzhöhe 500ft, QNH 1023 HPA, 30°C

Wir haben für unseren Startplatz in obigem Beispiel eine Druckhöhe von 230ft ermittelt.

 

Rechenschritt 1:

Als erstes korrigieren wir die Temperatur. Gemäß Standardatmosphäre haben wir 15°C in 0 Ft Druckhöhe mit einem Temperaturgradienten von 2°C auf 1000ft.

Wir rechnen:
(2°C / 1000ft ) *230 ft = 0,46°C

In 230ft Druckhöhe ist die Standardtemperatur dadurch 15° - 0,46° = 14,54°C

 

Rechenschritt 2:

Jetzt ermitteln wir den Temperaturunterschied und korrigieren ihn um den Faktor 120ft / °C

30° C – 14,54°C = 15,46°C *120 ft /1 °C= 1855 ft

 

Rechenschritt 3:

Diese Höhe addieren wir zu unserer Druckhöhe dazu.

230ft + 1855 ft = 2085 ft

 

 

In unserem Beispiel  haben wir an diesem Tag in Bodennähe eine Dichtehöhe, wie sie sonst nur in 2000ft Höhe vorkommt.

Dies kann unsere Performance wesentlich beeinflussen.


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