Reiner Fischer

Einflug in Holdings

holding

Holding, Warteschleife oder Warterunde.

Begriffe, die ein Pilot nicht gerne hört, weil es ihn Zeit kostet. Und oft auch deshalb unbequem, weil man tief in seinem eigenen Vorschriftenwissen kramen muss. Wie fliege ich in ein Holding ein? Was muss ich beim Einflug beachten.

Dabei kann es mit dem richtigen Hilfsmittel sehr einfach sein, die Einflugart  zu bestimmen.


Hier möchte ich nicht beschreiben, welche Einflugarten es gibt, welche Besonderheiten bei welchem Einflug zu beachten sind, sondern möchte ihnen zeigen, wie sie ohne Hilfsmittel nur mit Blick auf die Kompassrose erkennen, welches Einflugverfahren sie durchführen müssen.


Bei der folgenden Darstellung ist nur zu beachten, dass die Beschreibung für Standard-Holdings gilt. Standard-Holdings werden in Rechtskurven geflogen. Wie sie bei sogenannten Non-Standard-Holdings vorgehen, erläutert ich Ihnen zum Schluss.

Hinweis
Während wir beim VOR und TACAN von Radials sprechen, auf denen wir fliegen, sprechen wir bei NDB von dem Bearing zur Station. Eine entsprchende Anweisung der Flugsicherungs-Kontrollstelle kann also lauten:
a) ... Hold on Radial 030 inbound....

b)... Hold on Bearing 210 inbound...

Gemeint ist in beiden Fällen, dass wir mit dem Inbound Course 210° im Holding fliegen.



Standard Holdings

Betrachten wir nun die Kompassrose.
HSI-Anzeige

Als erstes projezieren sie in Gedanken eine Linie, die durch den Mittelpunkt der Kompassrose läuft und ihren Endpunkt 70° rechts vom TOP-Index findet.
HSI-Anzeige

Als nächstes nehmen sie den Radial, den sie in den Holding-Anweisungen von der Flugsicherungs-Kontrollstelle erhalten haben.

Für unsere Vereinfachungsregel ist immer der Outbound-Kurs im Holding zu betrachten

Im obigen Beispiel (... Hold on Radial 030 inbound the VOR....) ist der Outbound Kurs im Holding 030°. Sie sehen, dass bei VOR-Holdings der Outbound Kurs identisch ist mit dem gegebenen Radial.

Jetzt schauen wir, in welchem Kreissegment unser gewünschter Outbound Kurs liegt.

HSI-Anzeige

Mit dem Hilfswort "P O D" prüfen wir, welches Entry Verfahren in Frage kommt..
POD steht dabei für "Parallel - Offset - Direct".

Wir fangen links oben an und füllen die Buchstaben rechtsherum in die Sektoren. Der erste Sektor steht für Parallel. Der Sektor rechts Oben steht für Offset. Beide unteren Sektoren stehen für Direct.
HSI-Anzeige

Unser Outbound Kurs liegt im unteren Sektor. Wir führen ein "Direct-Entry" durch.



NON - Standard Holdings
Für Non Standard Holdings ist die Reihenfolge analog, aber seitenverkehrt. Als "Esels-Brücke" können wir uns merken, dass bei Links-Kurven alle Angaben linksherum erfolgen.


Daher projezieren wir in Gedanken eine Linie, die durch den Mittelpunkt der Kompassrose läuft und ihren Endpunkt 70° links vom TOP-Index findet.

HSI-Anzeige

Jetzt fangen wir rechts oben an und gehen links herum mit unserem "POD"-Wort
HSI-Anzeige

Mit dem Wissen um den Outbound Kurs (der Radial des Holdings), der Hilfslinie 70° diesmal links vom TOP-Index und dem Hilfswort POD können wir auch hier sehr einfach das Holding Entry bestimmen.

 

Zurück zur Übersicht

Home Page von Reiner Fischer

Copyright © 2015. All Rights Reserved.